Mein (Um)Weg zur Ahnenforschung


Was Ahnenforschung wirklich ist habe ich erst später erfahren, als Kind so im Alter von 8 oder 9 Jahren war ich nur neugierig und wollte wissen wo wir herkommen wer unsere Urgroßeltern waren usw. Na ja viele Antworten habe ich nicht bekommen. Fragte ich meine Mutter die erzählte mir das ich zu Klein wäre um das zu verstehen, mein Vater sagte mir das geht dich nichts an. Dann habe ich Oma gefragt, wer waren denn deine Eltern – hast du noch Geschwister, sie sagte mir dann das würde ich nicht verstehen, ihre Mutter wäre aus Schweden aber wir haben keinerlei Kontakt dahin – und ja sie hätte noch 3 Brüder. Dann hüllte man sich wieder in Schweigen. Fragte ich Opa der sagte mir nur sein Vater sei aus Uerdingen und die Familie komme wohl aus Lank – und sein Vater hätte einen Zwillingsbruder. Na toll damit hatte ich bei den Eltern meines Vaters alles erfahren was sie sagen wollten. Besser erging es mir auf der Seite meiner Mutter auch nicht, ich wusste das ich Tanten und Onkel hatte aber nie den Zusammenhang wer wo hingehörte. Ich hatte Tante Elisabeth, Onkel Horst, Onkel Fred, Onkel Günther, dann war da noch Onkel Peter, Tante Franzisca usw. ja aber wer wo hingehörte wusste ich nicht.

Als Jugendliche so mit 15 oder 16 Jahren hatte ich zumindest raus wer die Geschwister meiner Mutter waren und das mein Vater ein Einzelkind war. Aber ich wurde dann auch wieder neugierig und fing wieder an zu fragen.

Na ja besser war die Informationsausbeute da dann auch nicht Antworten wie das ist Vergangenheit und nicht wichtig oder es geht dich nichts an waren alles was ich bekam. Ich bekam vieles mit was so bei den Familienfeiern –Treffen gesagt wurde aber nie einen Vollständigen Zusammenhang der Geschehen.

Wir sind früher viel unterwegs gewesen mal in Iserlohn, bei Tante Guste und Onkel Martin, Tante Guste konnte ich nicht leiden sie war nur am meckern und Onkel Martin war immer zu Späßen aufgelegt und lustig ( dort erinnere ich mich noch, ich muss so zwischen 5 und 6 Jahre alt gewesen sein; wie ich ein Fohlen streicheln wollte, aber der Elektrozaun im weg war und zum Pech meiner Mutter bekamen wir beide einen Stromschlag! Ob wir gelacht haben, oder ob ich geschimpft bekommen habe, daran erinnere ich mich nicht mehr so genau.) Ein anderes mal in Kirchherten (da hat Onkel Hubert Kanarienvögel gezüchtet und ich durfte dann immer mitgehen wenn wir da waren und Füttern, ich war begeistert zu sehen wie sie auf dem Speicher der Scheune rumflogen denn der ganze Speicher war ein Riesen Käfig mit einer Schleusentüre, dann waren wir mal in Köln (da wohnte die Schwester meiner Mutter wohlgefühlt habe ich mich da nie, da konnte man nicht spielen musste lieb und brav sitzen bleiben und sich langweilen, die hatten eine schönes vornehmes Haus da mein Onkel Kurt bei den Ford Werken ein hohes Tier als Leitender Direktor war ) und auch Hanau (Wo ich auch mal Urlaub gemacht habe Tante Hilde ist dann mit mir durch die Gegend gefahren im Zug wir haben viel unternommen sie war ein lieber Mensch mehr Mutter wie Tante für mich). Mit meiner Oma bin ich immer viel mit dem Bus nach Moers/Kapellen gefahren zu Tante Emma. Die Busfahrt war immer ein Erlebnis für mich denn sie ging über Land mit vielen Bauernhöfen und wenn ich die Zeche sah wusste ich das wir gleich aussteigen mussten. Bei Tante Emma war es immer sehr lustig Onkel Albert arbeitete auf der Zeche und sie hatte auch 2 Töchter, witziger weise hieß die jüngste auch Elke. Heute weis ich das Emma nicht meine Tante ist, ja sie lebt noch, sie war die Nichte meiner Oma. Ich habe sie vor kurzem noch besucht und sie ist wie früher immer noch ständig unterwegs. Sie würde ich heute mit über 80 als sehr rüstigen Rentner bezeichnen sie ist jedes Jahr 3 Monate auf Lanzarote in Urlaub.

Somit war meine Fragerei auch wieder vorbei da ich immer wieder vor eine Wand gestoßen bin. Was ich immer zu hören bekam war die Leier was sie als Kind doch nicht alles zu leiden hatten aber nie Einzelheiten wo man dann verstehen konnte warum. Das meine Eltern Kriegskinder waren da konnte ich nie was mit anfangen, als Kind wusste ich nicht was Krieg war, was er alles auslösen konnte und später bekam ich nur das Grauen des Krieges erzählt, ich musste zwangsweise Holocaust schauen da mein Vater der Meinung war das ich das Grauen des Krieges kennenlernen muss. Ich weiß noch dass ich Jahrelang Alpträume hatte danach. Aber das interessierte keinen, ich war ein Mädchen und für meinen Vater eh nicht wichtig. Da mein Vater nie Kinder haben wollte bin ich mit dem Spruch „ich wollte euch ja nie haben eure Mutter wollte euch haben“ groß geworden, meinem Bruder ging es besser aber er war ja auch der „Familienprinz“! Ich war gut fürs arbeiten zuhause und im Garten. Wenn Vater nach Hause kam, war ich meistens im Zimmer verschwunden damit ich ihm nicht über den Weg laufen musste. Da ich ja nun keine Freunde hatte waren meine besten Freunde die Bücher und die Musik. Oma hat mir mal zu Weihnachten einen Radio –Kassettenrecorder geschenkt der war damals ganz Modern oh war ich stolz drauf! Die anderen aus der Schulklasse trafen sich mittags nach der Schule ich musste im Garten und Haus arbeiten, somit war auch nicht viel mit Freunde. Wir lebten mit Oma und Opa in einem Haus mit großem Garten. Als Oma dann krank wurde war ich noch mehr eingespannt denn ich hatte ja noch einen kleinen Bruder, da habe ich mich schon mal mit Oma in ihren lichten Momenten über die Familie unterhalten können. Leider waren diese immer nur sehr kurz und es war immer durcheinander. Behalten habe ich es trotzdem. Oma erzählte dann von ihren Brüdern und das Theo oder wars Leo sagte sie dann aus dem Krieg nicht zurück kam und keiner weiß wo er geblieben ist. Er wurde später für Tod erklärt. Heute weiß ich es war Theo und er wurde 1943 für Tod erklärt er ist in Russland gefallen. Dann fing die Zeit an das, wie man heute sagt die alten gehen müssen,

Oma starb 1983 mit 79 Jahren an Alzheimer (damals gab es diese Krankheit noch nicht) das war das ersten Mal das ich mit dem Tod und einer Beerdigung auseinandersetzen musste, da Oma und Opa in meinem Leben immer da waren und ich das Jahrelange dahin Siechen miterlebt habe fühlte ich eine leere als wenn etwas fehlte in meinem Leben, Opa folgte ihr dann 1990 er war immerhin stolze 92 Jahre geworden. Bei Opa habe ich auch spät noch einige Anhaltspunkte über seine Familie bekommen, er sagte mir dann das seine Familie aus Heinsberg kommen würde. Toll und wieder nur Bruchstücke, aber egal ich habe sie mir gemerkt. !990 starb dann auch die Mutter meines Vaters mit 79 Jahren. Da war mein Sohn 6 Wochen alt. Lange Jahre hatte ich keine Zeit mich um sowas wie Ahnenforschung zu kümmern da ich 1993 meine Tochter bekam und 2000 noch eine Tochter bekam, 1997 war auch die Zeit wo mein Bruder seine erste Tochter bekam, sie hat die ersten 5 Jahre viel bei mir verbracht.
2002 starb dann der Vater meiner Kinder mit 42 Jahren. Aber das ist ein Thema das für mich nicht hierhin gehört.

Na ja es folgten viele Wilde Jahre noch bis mein Vaters Vater dann 2006 starb mit 92 Jahren. Da mein Vater sich 1990 mit seinem Vater verkracht hatte habe ich dann die Sachen meines Opas geregelt. Also ich die Wohnung aufgelöst habe fiel mir eine Kiste mit Unterlagen in die Finger. Als ich diese durch sah fand ich das Stammbuch seiner Eltern wie auch andere alte Papiere. Ich hüpfte vor Freude!

Da bekam mein Wunsch nach den Wurzeln der Familie zu suchen eine Form.

Ich hatte was in der Hand, mit diesen Unterlagen ging ich dann zum Standesamt dort besorgte ich mit der Geburtsurkunde meiner Oma. Als ich dann nach mehr fragte sagte mir die nette Dame dann ich müsste zum Archiv dafür – Archiv – ich schaute wohl wie ein Fragezeichen denn sie erklärte mir dann das die älteren Urkunden im Archiv lagen. Ich ließ mir dann auch sagen wo es war und fuhr mit meinen ersten Erfolgen heim. So sammelte ich die ersten Daten. Ich suchte mir ein Programm und gab alles im PC ein.

Tod meines Vaters
2010 starb dann mein Vater mit 72 Jahren, als ich mit meiner Mutter dann die alten Papiere durchschaute sah ich das sie auch noch jede Menge alter Dokumente hatte. Ich habe mir dann direkt alles eingesammelt und auch jede Menge alter Fotos dazu. Man war das eine Fundgrube, ein altes Zeugnis, Briefe die meine Oma von ihrem Bruder aus dem Krieg bekam bevor er verschwand, Stammbücher usw. Ich war so Happy das ich mir zuhause sofort alles durchsehen musste.

Nun hatte ich nach allen Seiten der Familie Anhaltspunkte.
Ich habe mich dann sofort an die Arbeit gemacht und alle Daten eingegeben. Dann habe ich im Internet angefangen zu suchen und auch vieles gefunden.

Nun forsche ich seit ca. 6 Jahren intensive, ich habe die Familie in Schweden gefunden (wo ich nie mit gerechnet hatte da ich keinerlei Anhaltspunkte hatte) und auch Kontakt zu bekommen und die Schweden Ur Oma das der Ur Opa aus Mönchengladbach kommt aber sein Vater aus Belgien , ich weiß das aus meiner Vaters Seite sehr viele Holländer dabei sind, das die Mutter meiner Mutter zwar aus Iserlohn kommt aber die Familie aus Mönchengladbach ist, genau wie die Schrey Oma wo die Spur mich dann über Mülheim an der Ruhr nach Otzenrath führt, auch weiß ich mittlerweile wie die Verwandtschaftsverhältnisse zwischen den ganzen Tanten und Onkels sind die Teilweise nicht mal Onkel oder Tante von mir waren.

Aber es gibt noch so vieles was ich nicht weiß, also forsche ich weiter und weiter.